Rauchberge, Paradiesäpfel und das Angesicht des Todes

Eine Wanderung durch verschiedene Klimazonen im Reichtum der Schöpfung. Sie beginnt mit der Geburt, geht hin zum Sündenfall und erfolgt zwischen Licht und Dunkelheit. Das Refugio El Pilar ist unser Ausgangspunkt, der einlädt zur kurzen Rast mit seinen Sitzgruppen, Spielplätzen und dem Seilgarten. Dann geht es den Berg hinauf, in gleichmäßiger Steigung, ein Lebensweg – hinauf. 550 Höhenmeter folgen. Die Kiefernnadeln bilden einen Teppich, auf dem es sich gut gehen lässt. Schwarze Gebilde tauchen auf, verkohlte Bäume, vom letzten Feuer verzehrt. Und doch führen sie zum Leben, die grünen neuen Kiefernnadeln bilden einen wunderschönen Kontrast zum Schwarz der Bäume. Nach anderthalb Stunden verlassen wir den Wald. Der Blick öffnet sich auf die einmalige Ostküste. Nach der Geburt der Ausblick auf die Schöpfungsvielfalt. Wir kommen zum ersten Lavakrater, mächtig von der Gewalt des Ausbruchs zeugend. Er hat neues Dasein gebracht. Bald darauf geht es links ab zum Vulkanberg Nambroque. Wieder werden wir belohnt mit einmaligen Ausblicken. Hinab geht der Lebensweg, auf schmaleren Pfaden, kleine Jäger- und Hirtenwege. Kein Kiefern-, sondern der Lorbeerwald umgibt uns. Er scheint mit seinem Blätterdach Geborgenheit zu schenken. Es wird dunkler und der Weg muss trittsicher beschritten werden. Der Vulkanschlot Rocce Niquiomo empfängt uns. Eine Vulkanbeobachtungsstation zeigt an, dass es hier immer wieder zu Ausbrüchen und Beben gekommen ist. Noch ein kurzes Stück durch den dunklen Lorbeerwald und das Tal weitet sich.

Das Licht hat uns wieder. Eine Plantage liegt am Weg, die Paradiesäpfel. Die verschiedenen Sorten von gelb bis rot, von sauer bis süß, Schöpfungsvielfalt.

Welchen der Äpfel hätte Eva ihrem Adam gereicht?

Bald umfängt uns die Lorbeer- und Baumheide. Noch finsterer wird es beim Angesicht des Teufels, die Teufelshöhle taucht auf. Eine große Kuppel verschlingt das Licht. Nur wer etwas wagen will, steigt in die Dunkelheit hinab. Um ein kleines Licht mit sich zu führen.

Wird uns der Teufel versuchen?

Das Tal vor Mazo kommt in Sicht. Die Wege bieten besondere Untergründe. Vorbei an Sträuchern und Bäumen und auf den Bachbetten von Vulkanausbrüchen, mit heller und dunkler Lavaschicht.

Hier erscheinen auch die Grajavögel, die einzigen Vögel der Welt, die rückwärts fliegen können.

Nur auf La Palma treffen wir sie an.

Wir wandern der Zivilisation entgegen, dem kleinen Ort Mazo mit schönem Blick auf das Meer.

Einen Lebensweg sind wir gegangen, entlang der Leben gebierenden Lava, dem neu keimenden Kiefer, in dunklen Wäldern und schmalen Pfaden, mit Ausblicken auf die Schöpfungsvielfalt, im Angesicht von Leben und Tod.

Tour von Refugio El Pilar über den Nambroque weiter zum Niquiomo, Teufelshöhle und Abstieg nach Mazo. Mittel bis schwer – man muss nicht schwindelfrei sein, nur trittsicher.

Wanderzeit: 6,5 h | +690 m / -1700m | ca. 16,5km